Nachruf auf Dr. Udo Ruppert

Dr. Udo Ruppert

Dr. Udo Ruppert
Bildquelle: Sabrina Wendling

der am 23.10.2019 im Alter von 76 Jahren verstorben ist. 

Dr. Udo Ruppert studierte, promovierte und forschte sein ganzes Leben an der Freien Universität. Rund 20 Jahre lang leitete er das Tieftemperaturlabor.

News vom 28.10.2019

Udo Ruppert wurde 1943 in Karlsbad geboren. Die Familie kam nach dem Krieg nach Berlin, wo er auch zur Schule ging und später an der Freien Universität Physik und Mathematik studierte. 1967 kam er ans Tieftemperaturlabor, das seinerzeit am Fritz-Haber-Institut der Max-Plank-Gesellschaft beheimatet war und von Prof. Dr. Klipping geleitet wurde. Diese Arbeitsgruppe befasste sich mit wissenschaftlichen Untersuchungen und technischen Projekten auf dem Gebiet der cryogenen Temperaturen. Weiterhin wurde hier eine Heliumverflüssigungsanlage betrieben, die dazu diente, sowohl die Berliner Forschungslandschaft als auch medizinische Einrichtungen mit flüssigem Helium zu versorgen. Nach dem Diplom im Jahr 1969 wurde Udo Ruppert in dieser Arbeitsgruppe Wissenschaftlicher Mitarbeiter und verfasste hier auch seine Dissertation mit dem Titel „Wärmeübergang an Helium bei freier Konvektion in der Nähe des kritischen Zustandes“. Die Promotion erfolgte 1980.

In den Jahren 1981/1982 erfolgte der Umzug des Tieftemperaturlabors einschließlich der Heliumverflüssigungsanlage und seiner Mitarbeiter an den Fachbereich Physik der FU Berlin.

Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Prof. Klipping übernahm Dr. Ruppert 1989 die Gruppenleitung und damit neben der wissenschaftlichen Leitung auch die Verantwortung für die Heliumverflüssigung. Diese Tätigkeit übte er aus, bis er 2008 selbst in den Ruhestand ging. Aber auch über diesen Zeitpunkt hinaus stand er der Gruppe noch beratend zur Seite.

Dr. Ruppert leitete zahlreiche Drittmittelprojekte zur Erforschung von Phänomenen der Supraleitung sowie der Suprafluidität von Helium. Weitere Projekte waren die Entwicklung und Konstruktion weltraumtauglicher Komponenten für die Raumfahrt. Da fast alle Projekte internationale Kooperationen beinhalteten folgten hieraus auch diverse Auslandsaufenthalte.

Die von ihm entwickelten Kryomotore wurden erfolgreich im Herschel-Weltraumteleskop eingesetzt und weitere Motore warten im James-Webb-Weltraumteleskop auf den für 2021 geplanten Start.

Seine Kollegen schätzten seine ruhige, freundliche und sachliche Art und seine Fachkompetenz. Er wird uns immer unvergessen bleiben.

Autorin: Ingrid Arend

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