Prof. Dr. Hélène Seiler mit Karl-Scheel-Preis ausgezeichnet
Professorin Dr. Hélène Seiler wurde mit einer Karl-Scheel-Medaille der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin ausgezeichnet.
Prof. Dr. Ralph Ernstorfer, die Preisträgerin Prof. Dr. Hélène Seiler mit der Karl-Scheel-Medaille, Prof. Dr. Stephanie Reich (Laudatorin), Prof. Dr. Alejandro Saenz (PGzB)
Prof. Dr. Hélène Seiler erhielt den Karl-Scheel-Preis 2026 der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin (PGzB). Die Preisverleihung fand am 26. Juni 2026 an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Berlin statt. Prof. Dr. Stephanie Reich hielt die Laudatio.
News vom 29.06.2026
Ausgezeichnet wurde die Experimentalphysikerin für ihre exzellente Forschung zu ultraschnellen Prozessen in der Physik kondensierter Materie. Mithilfe der Femtosekunden-Elektronenbeugung untersucht sie atomare Bewegungen sowie Elektron-Phonon- und Phonon-Phonon-Wechselwirkungen in Materialien wie zweidimensionalen Systemen, Blei-Halogenid-Perowskiten und molekularen Kristallen. Ihre Arbeiten liefern grundlegende Einblicke in die Dynamik von Materialien auf extrem kurzen Zeitskalen und tragen zum Verständnis ihrer physikalischen Eigenschaften bei.
„Ich bin glücklich und geehrt, den Karl-Scheel-Preis zu erhalten. Viele frühere Preisträgerinnen und Preisträger sind für mich große Vorbilder, und ich hoffe, die nächste Generation künftig ebenso durch Mentoring zu unterstützen, wie ich selbst unterstützt wurde.“
Blick in die Zukunft der Materialforschung
Im Rahmen der Preisverleihung hielt Seiler den Festvortrag „Tracking atomic motions in real-time with femtosecond electron diffraction“, in dem sie ihre Forschung zur Beobachtung atomarer Bewegungen in Echtzeit vorstellte.
„In Zukunft freue ich mich sehr darauf, unser neu aufgebautes ultraschnelles kohärentes Spektrometer an der Freien Universität Berlin zu nutzen, um mikroskopische Wechselwirkungen in zweidimensionalen Materialien aufzudecken – etwa Exziton-Magnon-Wechselwirkungen und starke Licht-Materie-Kopplung,“ erläuterte Prof. Dr. Hélène Seiler. Neben der Spektroskopie plant sie insbesondere in der Elektronenbeugung die Methode der ultraschnellen inelastischen Elektronenstreuung weiterzuentwickeln. Außerdem möchte sie in ihrer Forschung über Halbleiter hinausgehen und die Methode einsetzen, um ein impulsaufgelöstes Bild von Elektron-Phonon- und Phonon-Phonon-Wechselwirkungen in korrelierten Materialien zu gewinnen, in denen die Physik deutlich reichhaltiger ist.
Dank an Wegbegleitende
„Ich wäre heute nicht dort, wo ich bin, ohne die Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen, Mentorinnen und Mentoren, meiner Familie und meiner Freundinnen und Freunde. Vielen Dank an alle!“, bedankte sich die Preisträgerin. „Ich kam direkt nach meiner Promotion als Postdoc nach Berlin, und all diese Menschen haben ein großartiges Umfeld geschaffen, in dem ich als unabhängige Forscherin wachsen konnte.“
Über den Karl-Scheel-Preis
Der Karl-Scheel-Preis ist die höchste Auszeichnung der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin. Er wird seit 1958 in der Regel an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die in den ersten Jahren nach ihrer Promotion herausragende wissenschaftliche Leistungen erbracht haben, überwiegend an einer Forschungseinrichtung in Berlin oder Brandenburg. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Schlagwörter
- atomare Bewegungen
- atomic motions
- femtosecond electron diffraction
- Femtosekunden-Elektronenbeugung
- Hélène Seiler
- Karl-Scheel-Preis
- PGzB
- Physikalischen Gesellschaft zu Berlin
- Ultrakurzzeitphysik









