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Gesa Siemann - Das Portrait einer Physikstudentin

Gesa Siemann

Gesa Siemann

Gesa Siemann (27) ist in Bad Segeberg in Schleswig-Holstein aufgewachsen. Schon als Kind wollte sie wissen, wie unsere Welt funktioniert, und stellte Fragen zu den Naturgesetzten. Als ein lebhaftes und kreatives Mädchen liebte sie aber auch den Tanz und die Bühne.

Die Begeisterung für Physik kam mit 17, als Gesa ein Auslandsjahr im englischen Plymouth an der südlichen Küste von Devonshire absolvierte. Neben den AS-Level-Kursen in Geschichte und Performing Arts belegte sie einen Physikkurs. Der Lehrer war ein passionierter Physiker: Er lud Wissenschaftler in seine Unterrichtstunden ein und ließ sie aus ihrer Forschungsarbeit berichten. So nah an der Quelle, ließ sich Gesa durch die Vorträge zur Röntgenstrahlung und zum Wellen-Teilchen-Dualismus mitreißen.

Physik ist eines der vielfältigsten Fächer. Sie ist unglaublich spannend und wirkt in alle Bereiche unseres Lebens hinein.

Nach dem Abitur folgte Gesa zunächst ihrer künstlerischen Berufung. Sie machte eine Ausbildung zur Bühnentänzerin. Nach einer Verletzung erwies sich die Rückkehr zum professionellen Bühnenleben als schwierig. Gesa ergriff die Chance auf einen naturwissenschaftlichen Beruf und ging nach Berlin, um Physik zu studieren. Als wissbegierige und begeisterungsfähige junge Frau wollte sie nicht nur solide theoretische Grundlagen erwerben, sie hatten den Wunsch, in die experimentelle physikalische Forschung einzusteigen. Die Freie Universität Berlin bot ihr die perfekte Kombination aus der theoretischen und experimentellen Physik. Darüber hinaus lockte die Hochschule mit einem grünen Campus fern vom touristischen Citytrubel und einer entspannten, persönlichen und motivierenden Lernatmosphäre.

An Berlin mag ich die vielfältigen kulturellen Möglichkeiten und die Natur. Ich bin auch froh in Dahlem zu studieren und nicht in der Stadtmitte – da ist es zu voll und zu anstrengend.

Mit einem DAAD RISE Stipendium ging Gesa im 4. Semester erneut nach England. In einem Forschungslabor an der Durham University absolvierte sie das obligatorische Berufspraktikum. Sechs Wochen lang arbeitete sie eigenständig an der Erstellung von Proben und führte Messungen durch. Dabei stand ihr ein Doktorand beratend zur Seite. Für Gesa war es sehr motivierend, so viel Vertrauen und Zuspruch zu erhalten und selbstständig in einem Labor arbeiten zu können.

Zurück an der Freien Universität Berlin stürzte sie sich in die große Auswahl an Themen, die am Fachbereich Physik angeboten werden. Sie besuchte einige Masterveranstaltungen und ließ sich diese für den Bachelorabschluss anrechnen. Da die Themen und die Dozenten in den Masterseminaren semesterweise wechseln, nutzte sie so im Bachelorstudium die Möglichkeit, sich in ein breites Themenspektrum einzuarbeiten, um eigene Schwerpunkte für sich zu entdecken.

Für Gesa stand fest: Sie wollte sich weiter mit der Festkörperphysik beschäftigen. Sie widmete sich den Themen Oberflächendynamiken und der Erforschung von elektronischen Bandstrukturen via spinaufgelöster Photoemission.

Ihre Bachelorarbeit schrieb Gesa bei Professor Dr. Martin Weinelt: Sie erforschte die magnetischen Phasenübergänge der Terbium-Oberfläche, die sie mit Hilfe von spinaufgelöster Photoemissionsspektroskopie untersuchte. Später schloss sie sich der Arbeitsgruppe von Professor Weinelt an - ähnlich wie viele andere Studierende wurde sie schon im Bachelorstudium ein Teil der Forschungsgemeinschaft der Freien Universität Berlin.

Für das Masterstudium zog es Gesa wieder auf die britische Insel – an die University of St. Andrews. An der ältesten schottischen Universität beschäftigt sie sich nun mit topologischen Isolatoren und deren Bandstruktur. Für die Zeit nach Schottland hat sie bereits einen festen Plan: Sie möchte an die Freie Universität Berlin zurückkehren und mit ihren frischen Ideen wieder in die Forschungsgruppe am Fachbereich Physik einsteigen.

Die Liebe zur Kunst und dem Tanz lebt Gesa aber auch weiter. Sie unterrichtet Ballett und zeitgenössischen Tanz an Kinder und Jugendliche und findet es wichtig, auch im akademischen Leben auf Hobbys, Sport und persönliche Leidenschaften nicht verzichten zu müssen.

Februar 2019

Schlagwörter

  • AG Weinelt
  • Faszination Physik
  • Physik studieren
  • Physikstudentin