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Zwei physiktheoretische Masterarbeiten mit dem Physik-Studienpreis 2021 ausgezeichnet

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2021

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2021
Bildquelle: Physikalische Gesellschaft zu Berlin

Nils Niggemann und Prof. Dr. Oliver Benson

Nils Niggemann und Prof. Dr. Oliver Benson
Bildquelle: Physikalische Gesellschaft zu Berlin

Henrik Kiefer und Prof. Dr. Oliver Benson

Henrik Kiefer und Prof. Dr. Oliver Benson
Bildquelle: Physikalische Gesellschaft zu Berlin

Physikabsolventen Nils Niggemann und Henrik Kiefer wurden mit dem Physik-Studienpreis 2021 der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin für hervorragenden Masterarbeiten ausgezeichnet.

News vom 09.07.2021

Nils Niggemann führte sein Masterprojekt „The Majorana Functional Renormalization Group for Quantum Spin Systems“ in der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Johannes Reuther durch. In der Masterarbeit formulierte der Absolvent eine feldtheoretische Methode zur näherungsweisen Lösung von Systemen mit wechselwirkenden Majoranafermionen und wandte diese auf Quantenspinsysteme an, indem er Spinoperatoren durch Majoranas repräsentierte. Die Ergebnisse der Masterarbeit wurden in der Zeitschrift Physical Review B publiziert.

Nils Niggemann promoviert nun in der AG Reuther und beschäftigt sich weiterhin mit der Lösung von Quantenspinsystemen durch Pseudoteilchenrepräsentationen. Seine Ziele sind zum einen die in der Masterarbeit beschriebene Methode weiter zu verbessern und zum anderen Quantenspinflüssigkeiten mit analytischen Methoden zu charakterisieren.

Henrik Kiefer arbeitete am Thema „Non-Markovian Analysis of Financial and Meteorological Time Series Data” in der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Roland Netz. Er wandte dabei die Methoden, die sich in der statistischen Physik und Biophysik bewährt haben, auf nicht-physikalische Systeme an und modellierte Zeitreihen mit der generalisierten Langevin-Gleichung. Henrik Kiefer extrahierte und analysierte sogenannte Gedächtnis-Effekte in Finanz- und Wetterdaten, um diese Effekte für robuste Vorhersagen der gleichen Zeitreihen zu verwenden.

Henrik Kiefer setzt seine Forschungsarbeit als Doktorand in der AG Netz fort und entwickelt die Formalismen und Methoden aus der Masterarbeit weiter. Sein Ziel ist dabei, die Modellierung von nicht-Markovschen Effekten mit der generalisierten Langevin-Gleichung auf mehrere Dimensionen auszuweiten, indem verschiedene Zeitreihen eines komplexen Systems miteinander gekoppelt werden. Die Theorie soll an physikalischen und nicht-physikalischen Zeitreihen getestet werden, um die Frage zu beantworten, inwiefern die Kopplung von Zeitreihen für die Modellierung und Vorhersage der Dynamik des komplexen Systems relevant wird.

Die Preisverleihung fand am 8. Juli 2021 im Magnus-Haus in Berlin statt. Die Preise, bestehend aus einer Urkunde und einem Preisgeld, wurden insgesamt an acht Physikabsolventen aus Berlin und Potsdam verliehen. Bedingt durch die Covid19-Einschränkungen war der Gästekreis bei der diesjährigen Veranstaltung klein.

Der Fachbereich Physik gratuliert den Preisträgern herzlich und wünscht Henrik Kiefer und Nils Niggemann weitere Forschungserfolge.

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Schlagwörter

  • AG Netz
  • AG Reuther
  • beste Masterarbeit
  • Henrik Kiefer
  • Nils Niggemann
  • Physik-Studienpreis 2021
  • theoretische Physik